Rhum J.M Cuvèe du Fondateur

Heyho Rumfans,
schön, dass ihr beim BarrelProof Rum Review Nummer 15 wieder dabei seid!

Heute dreht sich alles um das Jahr 1845. Na, wer von Euch ahnt schon, worauf es hinausläuft? Richtig! 1845 ist das Jahr, in dem Jean-Marie Martin auf Martinique ein Grundstück kaufte, eine Destillerie baute und seine Initialen der Vornamen auf die Fässer brannte. Rhum J.M war geboren. Die Rum, den ich heute gemeinsam mit Euch entdecken möchte, ist Jean-Marie, dem Fondateur von Rhum J.M: Rhum J.M Cuvèe du Fondateur.

Der Cuvèe du Fondateur ist, wenn man extrem alte Jahrgangsabfüllungen außen vor lässt, mit knapp 110€ der teuerste Rhum, der von J.M regelmäßig verfügbar ist. Dementsprechend viel erwarte ich mir von dieser Abfüllung. Gereift ist dieser Cuvèe für mindestens zehn Jahre in Fässern, die lediglich 200 Liter fassen, bevor er mit einem Alkoholgehalt von 48,2% in Fassstärke abgefüllt wurde. Hoffentlich waren die Fässer nicht allzu frisch – die hohe Luftfeuchtigkeit und die dortigen Temperaturen lassen den Rum wesentlich schneller reifen als hier auf dem Festland. Dies erklärt auch den für nur zehn Jahre relativ stark verdunsteten Alkoholgehalt – sofern es sich wirklich wie angegeben um „’straight from the barrel‘ – in other words with nothing to lower its alcoholic strength after leaving the barrel“ handelt.

Geliefert wird der J.M Cuvèe du Fondateur in einem wunderschönen, massiven Glasdekanter. Schwarz und golden direkt bedruckt statt einem optisch weniger ansprechend wirkendem Klebeetikett macht die Aufmachung wirklich etwas her. Lediglich die Pappbox wirkt etwas altmodisch und bieder – dafür ist sie zweisprachig in englisch und französisch mit wenigen, aber sinnvollen Information über Rhum J.M im Allgemeinen und diese Abfüllung im speziellen beschriftet.

Im Glas glänzt der Rum sofort in einem dunklen Kupfer. Die sich sehr langsam bildenden dicken Tröpfchen bleiben quasi am Glas kleben – die Schwerkraft scheint auf einen Bruchteil ihres eigentlichen Wertes reduziert worden zu sein, was auf eine wunderbare Öligkeit hindeutet.

In der Nase deutliche Gewürze mit einer angenehmen Eichennote. Ein Hauch frisches Zuckerrohr mit ein paar getrockneten Aprikosen. Minimal Vanille und von Alkohol keine Spur. Etwas zurückhaltend aber wunderbar ausbalanciert und komplex. Toll!

Im Mund zunächst extrem mild, weich und ölig. Nach ein paar Sekunden kommen plötzlich eine deutliche Würze sowie eine angenehme Pfeffer- und Ingwernote zum Vorschein, die bis zum Schlucken präsent bleibt. Wieder Anklänge von Aprikosen

Der Abgang ist zunächst leicht süßlich mit den typischen Agricolenoten. Eine deutliche Würze mit Anklängen von Lebkuchen. Bitterkeit ist wie beim Geschmack nur minimal vorhanden..

Fazit und Wertung
Der Rhum J.M Cuvèe du Fondateur weiß zu begeistern: Auf der einen Seite mild und ausgewogen, gleichzeitig aber intensiv und würzig. Deutlicher Fasseinfluss ohne störende Bitterkeit sowie fast 50% ohne auch nur den Anflug einer Alkoholnote. Ein typischer, aber herausragender J.M, der es sicherlich mit dem ein oder anderen Millésime aufnehmen kann. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann könnte das Aroma etwas intensiver sein. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Aroma
8.5 / 10
Geschmack
9 / 10
Aftertaste
9 / 10
Gesamt

Im Vergleich zum J.M X.O, der es wie bereits angekündigt in eins der nächsten Reviews schaffen wird, weniger holzig und bitter, dafür runder und komplexer. Geschmacklich wie preislich eine Klasse höher.

Ich hoffe, es hat Euch gefallen. Bis zum nächsten Review,
Euer Cornelius

4 Comments

  1. Sehr schön, das du die Agricoles verkostest.
    Habe auch bereits einige Rhums probiert. Von Clement habe ich mehrere Flaschen und mein Favorit ist zur Zeit J.M.

    Reply
    • Hallo winnipu,

      schön, dass du auf meinen Blog gefunden hast und vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ich persönlich kann einen Favoriten nicht von einer Brennerei abhängig machen – jede hat gute und herausragende, aber auch nicht ganz so tolle Abfüllungen. Hier versuche ich – auch mit diesem Blog – etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Der J.M Cuvèe du Fondateur gehört definitiv zu den wirklich tollen Rhums!

      Viele Grüße,
      Cornelius

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