Summum 12 Malt Whisky Finish

Heyho Rumfans,
schön, dass ihr beim BarrelProof Rum Review Nummer 5 wieder dabei seid!

Heute habe ich etwas besonderes für euch! Einen Rum, der ein Finish in einem Single Malt Fass erhalten hat. Da ich selbst auch gerne Scotch trinke, freue ich mich besonders auf diese Flasche!

Der Summum 12 ist ein Rum aus der Dominikanischen Republik. Die 12 aus dem Namen des Summum 12 beziehen sich leider auf eine Lagerung im Solera System und sind somit keine echten 12 Fassjahre. Der Hersteller gibt jedoch an, dass die 12 Jahre nicht das – wie im Solera Verfahren sonst üblich – Alter des ältesten Bestandteils des Blends ist, sondern das durchschnittliche. Wie schön wäre es, wenn sich die Rumproduzenten auf verlässliche, nachvollziehbare Altersangaben einlassen können. Aber bis das passiert, werden hier noch einige Reviews erscheinen. Wenn die gewünschte Reife des Solerablends erreicht ist, erhält der Rum zur Abrundung ein mindestens sechsmonatiges Finish in Ex-Scotch Fässern von Ben Nevis um dann in einer Trinkstärke von 43% abgefüllt zu werden. Verantwortlich als Rum Master ist für den Summum 12 Juan Alberto Alvarez [1]. Preislich liegt die 0,7l Flasche bei knapp über 50€ – ein stolzer Preis für einen Solera.

Im Glas glänzt der Rum in einem satten Altgold bzw. Bernsteinton. Die Schlieren und Tröpfchen, die sich relativ schnell am Glasrand bilden sind dünn und schmal. Im Vergleich mit anderen Solerablends wie einem Zacapa, Centenario oder Botucal ist der Summum 12 erstaunlich hell und flüssig und ich kann eine extreme Süße an dieser Stelle schon ausschließen.

Die Nase ins Glas gehalten verfliegt die erste Euphorie recht schnell. Mir schlägt ein relativ künstliches Kirscharoma entgegen, wie es auf natürlichem Wege definitiv nicht in den Rum gelangt sein kann. Es werden sofort Assoziationen mit diesen Kinder Em-Eukal Willdkirschbonbons wach, die ich vor vielen Jahren von meiner Oma immer bekommen habe (deshalb auch auch Titelfoto). Dazu gesellt sich eine gewisse alkoholische Schärfe, die nach einigen Minuten im Glas aber verflogen ist. Ein paar Schokoladenaromen sind noch zu vernehmen und kurz drängt sich ein Vergleich mit Mon Cherie auf. Fassaromen und 12 Jahre durchschnittliche Reife suche ich leider vergebens.

Geschmacklich tritt beim ersten Schluck sofort der Alkohohl in den Vordergrund, der aber genauso schnell wieder verschwindet. Darauf folgt wieder deutlich die Kirsche zu der sich angenehm Bitterschokolade und Marzipan gesellt. Etwas Süße rundet hier gut ab.

Der Abgang ist sehr trocken aber die Aromen und Geschmäcker bleiben nicht allzu lange erhalten. Dafür kommen erstmals – wenn auch nur sehr schwach – die Fassaromen durch. Etwas Würzigkeit, die sich angenehm mit dem Marzipan verbindet – die Kirsche ist im Hintergrund. Der Aftertaste ist definitiv das Beste an diesem Rum.

Fazit und Wertung:
Warum macht man sich die Mühe mit einem Single Malt Finish, wenn alle hieraus eventuell gewonnen Aromen mit der riesigen Kirschkeule sofort wieder vernichtet werden? Schade, der Rum klang auf dem Papier und vom Packaging her vielversprechend, ist bei mir beim Probieren aber durchgefallen. Manchmal freue ich mich, einen Rum nur durch eine Flaschenteilung als kleines Sample und nicht als große Flasche kennengelernt zu haben – auch wenn ich dann keine schönen Fotos der Flasche machen kann.

Aroma
4 / 10
Geschmack
3.5 / 10
Aftertaste
4 / 10
Gesamt

Bis zum nächsten Review,
Euer Cornelius

[1] Produktpräsentation des Importeurs Spiritsland

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