The Rum Cask Fiji 10 Jahre 2003

Heyho Rumfans,
schön, dass ihr beim BarrelProof Review Nummer 7 wieder dabei seid!

Heute gibt es hier das erste Review einer Abfüllung von The Rum Cask, einem kleinen, unabhängigen Abfüller für Rum und Whisky aus Pirmasens in Deutschland für euch: Den The Rum Cask Fiji 10 Jahre – einem Rum von den Fidschi-Inseln. Es handelt sich dabei, wie bei den meisten Abfüllungen von The Rum Cask, um eine Einzelfassabfüllung in Fassstärke – in diesem Fall ganze 62,9% Vol. Der Rum wurde im Jahr 2003 in der South Pacific Distillery destilliert, 10 Jahre später von The Rum Cask abgefüllt und ist nun schon seit einiger Zeit auf dem Markt. Aktuell ist der Rum im Onlineshop des Abfüllers noch problemlos verfügbar. Preislich liegt er bei 41,90€ für eine Halbliterflasche – ein guter Preis für einen solchen Rum in Fassstärke und als Einzelfassabfüllung.

Im Glas strahlt der ungefärbte Rum strohgelb – relativ hell also- und das obwohl er zehn Jahre im Fass lag. Ich vermute mal, dass das Fass, aus dem dieser Rum stammt, nicht die vollen zehn Jahre im heißtropischen Klima der Fidschi-Inseln verbracht hat – oder – dass das Fass schon einige Male benutzt wurde und nicht mehr sonderlich aktiv war.

Es wird Zeit, die Nase ans Glas zu halten. Wow, was ist das denn? Aus dem Glas strömt einem die volle Ladung Ester, die man sonst nur von Rums aus Jamaica kennt, in die Nase. Blind verkostet würde ich diesen Fiji-Rum sofort dorthin einordnen – und das obwohl zwischen den Fidschi-Inseln und Jamaica doch knapp 12.000 Kilometer und viel viel Wasser liegen.
Wer die Nase zu schnell zu und tief ins Glas steckt, wird umgehend und lautstark daran erinnert, dass es sich bei diesem Rum um eine Fassstärkeabfüllung mit fast 63% handelt. Hat die Nase sich aber erst einmal an den Alkohol gewöhnt, gestellt sich zu den Estern, die wunderbare Assoziationen von reifem Rumtopf mit Rosinen und Pflaumen erzeugen, sich eine leichte Rauchigkeit, die an die Rockley-Still – einer Pot-Still der West Indies Rum Distillery auf Barbados erinnert. Im Hintergrund findet sich frisch gehobeltes Holz mit etwas Vanille und Honig, ein paar Kräuter sowie ein Hauch Anis.

Im Mund zunächst wieder die volle Ladung mundfüllender, höchst aromatischer Ester. Viel intensiver als dieser kann ein Rum nicht sein. Nach ein paar Sekunden wird der Rum süßer und es ergänzt sich eine leichte Würzigkeit sowie reife, exotische Früchte von Bananen und überreifen Melonen.

Der Abgang ist lang, sehr lang und wieder 1:1 mit dem eines typischen Jamaikaners vergleichbar – die bisherigen Eindrücke manifestieren sich und bleiben lange erhatlen.

Fazit und Wertung

Wer hochesterhaltige Rums mag, wird diesen lieben. Die leichte, zusätzliche Rauchigkeit passt wunderbar und macht den Rum sehr interessant. Wer also noch keine Flasche hat sollte schnell zuschlagen – denn auch hier gilt leider: stark limitiert und wenn alle, dann alle.

Aroma
9 / 10
Geschmack
8.5 / 10
Aftertaste
8.5 / 10
Gesamt

Bis zum nächsten Review, in dem ich einen Rum aus der heute bereits angesprochenen Rockley-Still vorstellen werde,
Cornelius

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