Trois Rivières Rhum Vieux Agricole 8 Ans

Heyho Rumfans,
schön, dass ihr beim BarrelProof Review Nummer 11 wieder dabei seid!

Heute habe ich für Euch einen Trois Rivières Rhum Vieux Agricole 8 ans, einen acht Jahre gelagerten Rhum Agricole aus Martinique. Die Brennerei Trois Rivières, auf deutsch Drei Flüsse, ist die südlichste auf Martinique, gelegen an der Südküste der Insel nahe der Stadt St. Luce. Aber zu Trois Rivières und Martinique im Allgemeinen gibt es viel zu sagen – das erzähle ich Euch ein anderes Mal. Heute kommen wir direkt zum Review.

In der Flasche kommt mir der Rum irgendwie anders vor, aber ich kann nicht genau sagen, wieso. Das Etikett ist auf der Vorderseite zweigeteilt und ansprechend und modern gestaltet: Geprägte Schrift, Farbgebung und Anmutung wissen zu gefallen. Dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen, warum mir die Flasche irgendwie anders vorkommt: Der Rum ist nicht hunderprozentig klar – man sieht man eine leichte Trübung – ähnlich zu naturtrübem Apfelsaft, nur nicht so ausgeprägt. Zusätzlich schwimmen in der Flasche ein paar Krümel, die auf den ersten Blick wie Korkstückchen aussehen. Aber der Korken ist in Ordnung und die Flasche eben erst von mir entsiegelt.  So viele Schwebeteilchen habe ich in einem abgefüllten Rum noch nicht erlebt – gefiltert ist der definitiv nicht.

Im Glas fällt sofort auf, dass der Rum nicht wie seine Artgenossen im Licht leuchtet, sondern durch die Trübung eher diffus und lichtschluckend wirkt. Dazu wieder ein paar Schwebeteilchen. Sowas habe ich bisher noch nicht erlebt und ich kann mir eherlich gesagt auch nicht vorstellen, dass das so gewollt ist. Dem Geschmack tut das hoffentlich keinen Abbruch.

In der Nase ist trotz der nur 42% eine leichte alkoholische Note zu spüren. Der Rum braucht sicherlich ein bisschen Zeit – die er gerne haben darf. Nach etwa 10 Minuten hat sich der alkoholische Eindruck verflüchtigt und es kommt eine leichte Honigsüße zum Vorschein. Daneben frische Eichenaromen – nicht zuviel aber dennoch deutlich vorhanden – aus dem Fass und eine agricoletypische Fruchtigkeit mit ein paar getrockneten Aprikosen.

Im Mund  im ersten Moment leicht süß, dann trockener werdend. Langsam kommt eine leicht pfeffrige Würze, die ich so nicht erwartet hätte, den Geschmack aber durchaus interessant aufwertet. Auch die Aprikosen kann ich im Geschmack wiederfinden.

Der Abgang macht sofort nach dem Schlucken deutlich, dass hier ein Agricole im Glas war. Die angenehmen Zuckerrohraromen verbinden sich mit deutlich ausgeprägten Eichenaromen und der zugehörigen Bitterkeit. Leider dominieren diese Fassaromen den gesamten Abgang und machen ihn so leider etwas eindimensional. Waren hier vielleicht frische Fässer und nicht nur gebrauchte am Werk?

Fazit und Wertung
Versteht mich nicht falsch, es handelt sich hier um einen leckeren, qualitativ hochwertigen Rhum Agricole. Die Trübung und die Schwebeteilchen ignorieren wir einfach mal – trotzdem würde ich mir keine zweite Flasche davon kaufen. Es gibt meinem Geschmack nach einfach wesentlich interessantere Rums für weniger Geld – immerhin muss man für den Trois Rivières 8 mindestens 70€ auf den Ladentisch legen. Im direkten Vergleich mit dem vor kurzem verköstigten zehnjährigen Clément ist der Clément deutlich intensiver und vollmundiger, dazu zwei Jahre reifer und etwa 10€ günstiger. Ebenso der J.M X.O, den ich in einem der nächsten Reviews vorstellen werde. Daher, auch in Anbetracht des aufgerufenen Preises, nur eine knapp überdurchschnittliche Bewertung.

Aroma
6.5 / 10
Geschmack
7 / 10
Aftertaste
7 / 10
Gesamt

Bis zum nächsten Review,
Euer Cornelius

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